ISUM MF14 – Die Revolution der Isolierung?

Dies ist keine Produktplatzierung oder -werbung. Ich habe und werde weder Geld noch Ware aufgrund dieses Beitrages erhalten. Ich berichte lediglich über einen erlebten Kundenservice.

Nachdem ich bei einem Mathisox Video zum Thema Raumdämmung / -isolierung in seinem Tinyhome und der Verwendung eines mir eher unbekannten Produktes „Isum“ hellhörig wurde,

begab ich mich auf die Website des Herstellers, um mir dort ein Bild der angebotenen Dämmung zu machen.

Irgendwie war ich nicht in der Lage, dort das technische Datenblatt ausfindig zu machen, aber nach Meldung über besagte Website erhielt ich umgehend eine Mail samt Datenblatt mit Ansprechpartner.
Etwas ernüchternd dann zunächst der Lambda Wert der Dämmung.
0,024 ist ein Wert vergleichbar mit handelsüblichem, sehr preiswerten Polyiso-Hartschaum (z.B. Celotex). Letzteres aber ohne – zumindest signifikante – Dampfsperre.

Ergänze ich den Hartschaum auf der Fläche mit Steinwolle oder ähnlichem Material in den schwerer zugänglichen Verstrebungen und schließe das mit einer doppelten Alu-Luftpolsterfolie (Reflectix o.ä.) als Dampfsperre ab, dann bin ich bei einem R-Wert von grobgerechnet 2.0.

Der R-Wert berücksichtigt hier die Stärke des Materials.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle und Tribut gezollt:

Die meisten meiner Gedanken zum Thema Isolierung basieren auf den Videos und dem Camp Quirky-Workshop von Greg Virgoe – seht euch diese unbedingt an. Absolut wichtige Infos für jeden Ausbauer!


Die bedarfsgerechte Dämmung / Lüftung einer 17 Kubikmeter Blechdose mit atmenden Personen ist also eine Aufgabe, die einer zielgenauen Planung bedarf. Dabei ist auch und gerade ein passendes Lüftungskonzept (bei mir je über einen ver- und entsorgenden MaxxFan geplant) für ein gesundes Raumklima entscheidend.


Also nehme ich am Morgen ganz old-school das Telefon zur Hand und melde mich bei der Firma. Ein fachkundiger Mensch verspricht Rückruf, der dann auch später am Tag erfolgt.

Man hört genau zu und hebt sehr zielgenau die Vorzüge der „reflektierenden Lagen“ hervor, die hier den Unterschied machen sollen, um mit einem sehr viel dünneren Layer auszukommen.


Klingt in der Theorie vielversprechend, aber wie erheblich ist das in einem Wohnmobil, wo ich plane das Luftvolumen bei gehörschonender Lüftergeschwindigkeit bis zu ca. einmal pro Stunde gegen die Außenluft auszutauschen, um der Luftfeuchtigkeit Herr zu werden? Diese kann dann irgendwo zwischen -30 oder +40 Grad betragen. Wie signifikant ist dann überhaupt der Verlust durch Emission an der Dämmung? Wer hat sowas schon mal im direkten Vergleich gemessen?

Ich bin da sehr pragmatisch veranlagt und hätte da schon gern einen Praxiswert oder Erfahrungswerte.
Legen wir meine ganz persönliche Interpretation der Daten zugrunde, dann sehe ich meine geplante Celotex / Reflectix Kombination mit einem R-Wert von grob 2.0 in der Dämmeigenschaft vergleichbar mit einer ebenso 50mm dicken Isum Isolierung auf Augenhöhe. Wo jetzt die Reflektionseigenschaften des Isum Produktes über die doppelte Alu-Luftpolsterfolie herausragen sollte, erschließt sich mir noch nicht so recht.

Auch das www ist da wenig hilfreich – es gibt ein offensichtlich Isum gesponsertes Webinar, keine wirklich erwähnenswerten Rezensionen – in der Baubranche lehnt sich auch niemand aus dem Fenster (dafür oder dagegen). Alles irgendwie kein Fisch und kein Fleisch.

Dann wären wir bei einem nicht ganz unerheblichen Preisunterschied. Gehen wir von meiner Kalkulation aus, dann kostet der qm meiner Kombo (Stand heute) ca. € 19 (€ 14 Celotex / Rockwool, € 5 Reflectix). Müsste ich das Isum Produkt für einen gleichwertigen R-Wert aufschichtend verbauen, dann stünde ein Preis von knapp € 70 pro qm ins Haus. Eine solche Aufschichtung ist aber weitestgehend sinnfrei, da die Dampfsperr- / Reflektionseigenschaften keiner Wiederholung bedürften.

Wenn sich jedoch die Zahlen und Behauptungen der Firma Isum in der Praxis so (einlagig, dünn) bestätigen lassen würden, dann wäre die Dämmung bei etwas über € 17 / qm sogar preiswerter, platzsparender und um einiges einfacher zu verarbeiten. Eine kleine Dämm-Revolution.


Es würde also – zumindest aus meiner Sicht – auf einen Test mit einer nachvollziehbaren Gegenüberstellung heraus laufen. Also nach Fertigstellung der jeweiligen Isolierung im baugleichen Fahrzeug mit installierter Lüftung und jeweils 1 x:

  • Isolierung Celotex / Reflektix
  • Isolierung Isum
  • ggbf. einer Kombination Celotex / Isum

Praktischerweise in einer Kälte- / Wärmekammer, ggbf. sogar mit Nutzung eines Gasherdes und kochendem Wasser für eine zeitlich genau begrenzte Zeit um Temperatur und Luftfeuchtigkeit innen / außen an unterschiedlichen Stellen am Objekt in einer realitätsnahen Situation messen zu können.

Und das alles wäre ein nicht unerheblicher Aufwand und das habe ich ganz im Ernst noch bei keinem Dämmmaterial-Hersteller gesehen. Ein selbst ausgebauter KaWa ist verständlicherweise auch nicht der Vertriebsschwerpunkt.


Vielen Dank an dieser Stelle für das nette und ausführliche Telefonat und die Beantwortung aller Fragen. Wir bleiben in Kontakt!

Ach so: Ich suche immer noch nach einem passenden L5H3 Ducato, L4H3 Jumper, Boxer, hohem Iveco Daily…

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