Willkommen bei Vodafone.

…so zumindest darf ich das in den ersten Zeilen der Auftragsbestätigung lesen.

Zu Beginn des Junis (wir schreiben das Jahr 2020) melde ich mich telefonisch bei Vodafone, um mich nach einem neuen Internet Anschluss zu erkundigen, denn mit dem Eintritt in die Altersteilzeit zum 30.06.2020 wird mein Arbeitgeber auch den Telefon- / Internetanschluss kappen.

Dies ist keine Produktplatzierung oder -werbung. Ich habe und werde weder Geld noch Ware aufgrund dieses Beitrages erhalten. Ich berichte lediglich über einen erlebten Kundenservice.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Eine nette Dame erklärt mir, dass ich für € 19,99 monatlich einen Internet Anschluss erhalten kann und da die monatlichen Gebühren der Wohnungsgenossenschaft auch schon den Kabelanschluss bei (der alten) Unity Media beinhalten, gibt es noch einen € 5,00 Rabatt. Netto also € 14,99. Eine Rufnummer sei natürlich auch dabei.

Dies gilt für Neukunden in den ersten 6 Monaten, danach kostet der GBit Anschluss mal eben € 44,99.
Ich könne aber nach 6 Monaten in den „100er“-Tarif zu € 29,99 wechseln. So wird es dann wohl sein, denn das entspricht der Leistung meines alten Firmenanschlusses und der war sicher ausreichend.

Knapp eine Woche später erhalte ich eine Auftragsbestätigung. AGBs, Widerrufsbelehrungen und ein paar wenige Zeilen zu den „bestellten Produkten“. Dabei fällt auf, dass ich nun wohl einen „Telefonanschluss und Flatrate ins dt. Festnetz“ habe. Also „dt.“ bedeutet wohl „deutsches“ und Festnetz erklärt sich von selbst.

Ich suche auf den 10 Seiten vergeblich nach einer Kostenauflistung für – z.B. Telefonate ins Handynetz. Nada. Nix. Komisch.

So bemühe ich mich auf den Vodafone Seiten im Web nach einer Klärung.

Ein unscheibares, anklickbares PDF mit dem Titel „Alle Produktdetails als PDF“ beinhaltet dann auf der letzten Seite die gesuchten Infos (Warum heißt das PDF denn dann nicht „Preisliste und Leistungsbeschreibung“? – ein Schelm, der Böses dabei denkt…)

Ich staune nicht schlecht, als ich hier von 0,199 € pro Minute lese – also ein 5-minütiges Telefonat zu € 1. Das ist schon dreist.

Transparenz? Nicht wirklich.

Das ist aus meiner Sicht schon Bauernfängerei und Abzocke. Mein Handytarif (ALDITalk) zu € 5 monatlich enthält neben dem Datentarif auch eine Flat ins Fest- UND Handynetz.


Zum Ende des Monats erhalte ich pünktlich eine „Vodafone Station“. Schickes Design. Ausgepackt, „Antennenkabel“ und Netzteil angeschlossen, eingeschaltet. Freischaltung war ja erst zum 30.06. angekündigt und die LEDs vorn bestätigen das auch erst einmal. Es soll keine 15 Minuten dauern und die LEDs „Internet“ und „Telefon“ leuchten. Plug’n’Play. Auch schon am 29.06. Ich erinnere mich zurück an eine Zeit, wo ich bei dem pinken Riesen noch alle Details zum Vertrag händisch auf dem Router eintragen musste. Auf einer beigefügten, kleinen grauen Karte stehen die Details zu WLAN, IP und admin Kennwort. Ich schliesse meinen Notebook an, passe das Gateway an und habe Internet. Login als „admin“ und ich kann die sehr überschaubare Konfiguration erreichen.

Meine Telefonnummer erscheint in der Konfiguration nicht – wurde mir aber schriftlich mitgeteilt. Warum ich nun eine Wanne-Eickeler Vorwahl (02325) und keine Herner Vorwahl (02323) erhalten habe? Keine Ahnung – ist mir auch lang wie breit. Nur meinem 80-jährigen Schwiegervater nicht. Warum er jetzt 5 Ziffern mehr wählen solle. Da solle ich mich mal bei Vodafone sofort beschweren. So eine Frechheit. Ja, so isser.


Also alles gut. Bis auf…

…jetzt habe ich an meinem alten Anschluss einen DECT-fähigen Router. 2 Fritz!Fon Geräte erlauben mir den Kontakt zur Außenwelt. Mit gemeinsamem Telefonbuch, Verbindungsübersicht, AB – also den heute üblichen Komfortmerkmalen. Und Vodafone schickt mir ja auch einen neuen, modernen Router, oder nicht? Nein.

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Auch nach tel. Rücksprache mit einem Vodafone Mitarbeiter besteht keine Möglichkeit, ein DECT Telefon anzuschliessen. „Sie können natürlich eine Fritz!Box gegen Aufpreis mieten – die sind aber zur Zeit nicht verfügbar. Mit GBit gehen auch nur die neuesten Modelle. Kaufen wäre auch eine Option.“
Damit ich das richtig verstehe: Ich habe einen neuen Router erhalten, mit Telefontechnik von vor 10 Jahren und bin nun entweder genötigt, für € 200 eine Fritz!Box zu kaufen oder mir ein entsprechend Uralt-Telefon zu organisieren. Am besten mit Anrufbeantworter – denn den gibt es bei der Vodafone Station auch nicht.

Also bemühe ich eBay Kleinanzeigen und werde fündig. In Essen. Ein Sinus A503i für € 10. Nach dem Kauf und einer Stunde des Herumprobierens sollte sich herausstellen, dass dieses Telefon nur an einem MSN Anschluss der Telekom funktionieren will. Lehrgeld, denn es rechnet sich der Aufwand nicht, hier eine Rückabwicklung mit Fahrtkosten oder Versand zu veranstalten. Also noch generischer.

Ich finde ein Panasonic KX-TG6521 – auch für € 10. Baujahr 2011. Eingesteckt – geht. Ein bisschen Retro-Feeling kommt da schon auf, wenn man da wartet, bis die Tonwahl sich bis zum nächsten Anschluss bemüht. Der AB lässt sich auch einrichten. Noch ein Aufkleber „nur Festnetz!“ angebracht, um die Kostenfalle „Handyanruf“ (s.o.) zu meiden.

Bleibt nur noch die Aufgabe, mal die Leistungsdaten der Leitung zu prüfen. Dazu isoliere ich meinen kleinen Linux Notebook zum Router, kappe WLAN und rufe die Seite für die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur auf.

Das 1.000 Mbit/s DL-Ziel wird mit 920,05 Mbit/s zu 92% erreicht – an einem Sonntag um 13:45 ausserhalb jedes Gewerbegebiets. Das ist aus meiner Sicht akzeptabel.
Das 50 Mbit/s Upload-Ziel wird mit 51,59 Mbit/s mit 103% sogar überschritten – und das ist bemerkenswert.


Fazit:

Gut:

  • Vodafone hat das zur Zeit (Juni 2020) günstigste Angebot mit € 14,99 für einen 6-monatigen GBit Anschluss, der sich dann in einen 100 MBit zu € 29,99 für die restliche Vertragslaufzeit ändern lässt.
  • Die Vodafone Station ist echtes Plug’n’Play. Für Otto Normalverbraucher nur einstecken und nach 15 Minuten loslegen. Simpler geht’s nicht.
  • Die Leistungsdaten des Anschlusses sind völlig im Rahmen.

Schlecht:

  • Kein DECT. Das geht gar nicht.
  • Kostenfalle Handyverbindung. Dafür also immer das Handy nutzen.

Insgesamt hinterlässt das Ganze also einen zum positiven tendierenden, gemischten Eindruck. Ich werde mich nach Ablauf des Vertrages sicher auch mal anderweitig umsehen. Andere Mütter haben auch hübsche Töchter.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.