Wohnmobil mieten? Vorsicht Falle! (Finale)

Das Ende der Odyssee ist erreicht!

Wir schreiben den 06.07.2020.

Zahltag. € 1.468,63 inkl. Zinsen.

In diesem Zusammenhang vorerst* der Schlussstrich unserer ersten Wohnmobil-Mieterfahrung.

Es bedarf insgesamt

  • einer Klage samt 2 Anwälten, 1 Richter und 2 Gerichtsterminen,
  • einer völlig nutzlosen Mediation,
  • 45 Schreiben & Schriftsätze mit Anwalt, Mediator, Gericht und Rechtsschutzversicherung,
  • dem Einsatz eines Gerichtsvollziehers zur Eintreibung unserer Forderung,
  • 25 Monaten oder 774 Tagen Geduld,
  • und einer gehörigen Portion Nerven.

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Der Wohnmobilvermieter (der übrigens sein WoMo „Vermietgeschäft“ in diesem Jahr einstellte und wohl zusammen mit seiner Zora die Stadt verlassen hat) wurde letztendlich vom Gerichtsvollzieher gejagt, gestellt und zur Kasse gebeten.

Ich kann nur hoffen, dass unsere Kommentare auf FB und Google aktiv dazu beigetragen haben, andere potentielle Mieter zu warnen und seinem Treiben ein Ende zu setzen.

Würde ich bei der nächsten Anmietung bzw. Rückgabe etwas anders machen? Natürlich. Siehe HIER.

Würde ich den Rechtsweg künftig anders beschreiten? In meinem Fall nur im Detail.

Was ist denn aus meiner Sicht und der eigenen Erfahrung bei der Wahl des Anwalts und dem Umgang mit ihm / ihr wichtig?

  • Gibt es eine Empfehlung aus der Bekannschaft / Verwandschaft?
    Der Anwalt will in seinem Bekannten- / Familienkreis sicherlich nicht negativ auffallen. Ich musste mir hier einen Anwalt mit einschlägiger Erfahrung und ohne Vitamin-B suchen – das ist definitiv 2. Wahl.
  • Anwälte sind ausgesprochen motivationslos. Für ihn / sie ist es ein Job und der wird bezahlt, ob er / sie nun irgendwas erreicht / gewinnt oder nicht.

  • Anwälte sind nicht allwissend. Werde selbst aktiv und recherchiere. Verfasse – wenn möglich – deinen eigenen Schriftsatz und lasse den vom Anwalt querlesen, ergänzen oder abändern, damit du keine Formfehler machst. Und lasse dir alle Optionen genau erklären. Und zwar so, daß du sie verstehst und bis du sie verstehst.
  • Erwarte nicht, dass Anwälte eigene Wiedervorlagen nutzen. Ich habe mehrfach meinen Anwalt mit etwas Nachdruck hinsichtlich zeitlicher Abläufe telefonisch und schriftlich „sensibilisieren“ müssen. Merke: Das quietschende Rad bekommt das Öl.
    Das war übrigens der Grund, warum ich den ersten Anwalt in dieser Sache in die Wüste geschickt habe. Der liess Kram einfach liegen.
  • Anwälte und Gerichte sind nicht deine Freunde. Es sind Dienstleister.

Dies soll dennoch jeden Leser hier ermutigen, sich nicht einschüchtern zu lassen, sich zur Wehr zu setzen und für sein / ihr Recht zu kämpfen!

* vorerst bedeutet in diesem Fall, daß das Gericht schon in seiner Entscheidung unser Recht auf Rückforderung des gesamten Mietbetrages vorweggenommen hat und wir von diesem Recht Gebrauch machen können / werden.

Siehe auch:

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.