Neues Familienmitglied :-)

Nach 24 Jahren Aussendienst ist jetzt auch nach 24 Jahren und zum 04.08. das Dienstwagenkonzept beendet.

Und so musste ein Mobilitätsersatz her. 1999 war er Auto des Jahres und für mich hat er auch bis heute noch nichts von seinem Charme eingebüßt: Der Toyota Yaris P1.

Anmerkung:
Mein Auto hat das Lenkrad links, wo es hin gehört. Die Briten haben das Ding auf der falschen Seite – macht aber nichts, die fahren auch auf der falschen Seite.


mobile.de

ist mein Freund und ich werde Ende April fündig:

Ein (Facelift-) Dreitürer in der Geschmacksrichtung 1D2 (Farbcode) und 17 Jahren oder 132.500 km gesammelten Erfahrungen durch zwei Vorbesitzer, hier mit 87 Pferdchen unter der Haube. Die sonst übliche Ausstattung, so mit Servo-unterstützter Lenkung und Bremse, elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung. Die letzteren 2 Dinge wären mir tatsächlich lang wie breit. Ach so, und eine Klimaanlage.

So fordere ich einen Gefallen bei einem Auto Händler in mehreren hundert Kilometer Entfernung ein, denn in seiner Nähe wohnt der Besitzer des Autos. An einem Samstag findet der Wagen den Weg dorthin für eine Testfahrt und einen Check auf der Hebebühne. € 950 sollte der Wagen kosten. Klang vielversprechend. In der Beschreibung steht was von Nebelscheinwerfer – die hat das Auto offensichtlich nicht.

Dann der RR vom Händler mit der Mängelliste:

  • Eine oder beide Lambda Sonden defekt (bekannt).
  • Klimaanlage ohne Funktion.
  • Bremsen werden dieses Jahr noch fällig.
  • Endschalldämpfer mit breitem Riss am Rohr.
  • Reifen mit DOT 0708 (also Juli 2008 und somit 12 Jahre alt).
  • Unfallspuren Tür & Kotflügel rechts, Kampfspuren Radlauf hinten und Stossfänger vorne links (bekannt).
  • HU fällig in zwei Tagen.

Der Verkäufer erkennt schnell, dass sein potentieller Käuferkreis sich mit der fälligen HU auf den Export Markt beschränken würde – wir einigen uns auf € 650.

Der Händler „zieht den Wagen noch kurz über den TÜV“ (fragt nicht ) und ich mache mich an einem Samstag auf den Weg zum Händler. Übrigens via Zug, hatte aufgrund von Corona mal den kleinen Aufpreis für 1. Klasse gezahlt – und den GANZEN ZUGWAGGON für mich ganz alleine. Spooky. Rote Nummern hatte ich von meinem lokalen Toyota Händler des Vertrauens organisiert – auf geht’s!


Die knapp 300 km leistet der Kleine mit Bravour. Ich fahre zwischen 100 und 105 km/h (um auch den angeschlagenen Auspuff nicht zu stressen) und der Verbrauch pendelt sich lt. Bordanzeige bei 5,6 Liter / 100 km ein. Die Sitzposition ist überraschend bequem, es gibt keine ungewöhnlichen Geräusche und die Lärmbelästigung innen ist auf einem völlig unauffälligem Niveau.

Tschö, Auspuff.

Bild von Bilderjet auf Pixabay

Ankommend auf der A43 von der A1 meldet der Auspuff, den Kontakt zum Endschalldämpfer endgültig verloren zu haben und der Vorschalldämpfer bemüht sich nun, die Tonqualität zumindest auf Sportauspuffniveau zu halten. Es brummelt, das Auspuffrohr stützt sich auf einer Strebe fahrzeugmittig ab und der Endschalldämpfer hängt an seinen zwei Haltegummis und schwingt im Takt. Nichts dramatisches, nichts kann abfallen und muss sowieso ersetzt werden. Zuhause wandert der Yaris zunächst einmal in die Garage. Gute Nacht.

Ein Auspuff ist über eBay schnell organisiert – keine Ahnung wo das Ding produziert wird, aber nicht von Toyota (der Puffi liegt jenseits von 300 Euronen) und bei einem Verkaufspreis von € 34 inkl. Dichtung, Schrauben, Federn und Haltern auch nicht hierzulande.

Wie lange wird der halten? Ein kleines Loch am tiefsten Punkt wird das aggressive Kondensat größtmöglich entsorgen und die Korrosion verzögern. Ich gebe dem Zauber zwei Jahre – schaun mer ma.


Einmal Zulassung, bitte.

Bild von Angie Johnston auf Pixabay

Da ich lange genug für Toyota und die Werkstätten tätig war, sind mir die Airbag Rückrufe in Yaris, Auris und Corolla bekannt. Also Grund genug, mal beim Händler nachzufragen, ob da noch was offen ist. Und da ist was offen – der Beifahrerairbag.

Merke: Ein sicherheitsrelevanter Rückruf muss für jede Neuanmeldung eines Fahrzeugs abgearbeitet sein. Kein Airbag Austausch = keine Zulassung. Macht ja auch irgendwie Sinn.

Also Termin vereinbart, nochmals die roten Nummern organisiert und den Wagen dort abgegeben. Ach so, den Meister noch gebeten, den paputten Endtopf und den abgebrochenen Flansch zu entfernen – wenn er doch schon mal auf der Bühne ist. Wir kennen uns und man tut mir den Gefallen.

Ich fahre mal zur Herner Zulassungsstelle um die „COVID19“ Situation einschätzen zu können.

Überall Schilder: „KEIN Zutritt ohne Termin“. O.K.
Auf kurze Nachfrage im Schilderladen nebenan erklärt man mir, dass die Stadt Herne den „Terminkalender“ online gegen 12:00 täglich für ein paar Minuten freischaltet, damit man dort einen Termin eintragen kann. Alternativ könne ich aber den Laden gerne als „Zulassungsdienst“ beauftragen. Für 30 Euro.
Diese „Terminlotterie“ bemühe ich für gut zwei Wochen. Pünktlich. Keine Termine frei. Die „Telefonterminvereinarung“ von 13:30 – 15:15? Keine Warteschleife – rufen Sie später nochmal an… Jetzt habe ich den Kaffee auf.
Ich soll als Bürger genötigt werden, 30 Euro an Dritte zu zahlen, um eine städtische Dienstleistung zu erhalten?

Drei Anrufe später in den Büros der Stadträte und wirklich netten Gesprächen mit den Damen am anderen Ende erhalte ich die gewünschte Auskunft: Termin in zwei Tagen, also am Donnerstag um 10:00. Geht doch.

Ich organisiere Versicherungsschutz und bin mit allen Dokumenten kurz vor 10:00 am Donnerstag vorort. Mein Motorrad wird abgemeldet (mit der schönen, kurzen Nummer) und das Auto soll die Nummer übernehmen. Habe alle Dokumente und warte mit 3 oder 4 weiteren 10:00 Kandidaten auf Einlass. Eine Dame erscheint mit einer Liste und ruft namentlich auf. Bis auf mich. Wer ich denn sei. Ich gebe ihr Namen und Kennzeichen. „Nicht auf der Liste,“ höre ich nun. Mit einem vokalen Drang zur Überheblichkeit, den ich gerade noch so unterdrücken kann meine ich: „Vielleicht auf der VIP Liste? Der Termin kommt über das Rathaus.“ Nun scheint sie meinen Namen zu erkennen – aber erst um 10:30. Egal, sie wolle sich kümmern. Keine 5 Minuten später sitze ich im Büro meiner Ansprechpartnerin und weitere 15 Minuten ist das Prozedere erledigt. Ich zahle an der Kasse und habe 2 druckfrische Nummernschilder.

So kommt der Yaris erst einmal aus seiner Hütte und darf jetzt mit seinen Artgenossen draußen stehen – ganz legal.

Der Endschalldämpfer muss noch montiert werden. Aber zunächst die Anhängerkupplung. Stay tuned!

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